Matthias

Die Faszination für den Wolf begleitet mich, solange ich zurück denken kann. Es ging ein riesiger Traum in Erfüllung, als ich vor über 20 Jahren Zoltan Horkai in Ungarn kennenlernte. Er ermöglichte mir die erste Fell-nahe Begegnung mit seinen Wölfen. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Es war ein Schlüsselerlebnis für mich und veränderte mein Leben in nie geahnter Weise.

Zu dieser Zeit arbeitete ich noch als selbstständiger Kfz-Meister. Doch wann immer die Möglichkeit dazu bestand, war ich in Ungarn. Zusammen mit Zoli verbrachte ich unzählige Stunden im Gehege der Wölfe. In vielen wertvollen Gesprächen werteten wir aus, was wir beobachtet und erlebt hatten. So lernte ich jeden Tag mehr über die faszinierenden Wildtiere.

Es war eine unglaubliche Erfahrung, als ich endlich, zusammen mit meiner Frau Birgit, unsere ersten eigenen Wölfe mit der Flasche aufzog. 2005 begann unsere Zusammenarbeit mit dem Wisentgehege Springe. Was mit einigen Events im Jahr losging, wuchs zu einem Wolfsprojekt, das 2010 startete. Damit wurden wir zum Kooperationspartner vom Wisentgehege. Heute betreuen wir dort neun Wölfe und betreiben eine aktive Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wolf.

Seit meinem ersten Besuch in Ungarn ist viel Zeit vergangenen. Von meiner Kfz-Werkstatt und meinem kleinen Transportunternehmen habe ich mich längst getrennt. Inzwischen kann ich mir ein Leben ohne Wölfe nicht mehr vorstellen. Wir haben viele Wölfe mit der Flasche großgezogen. Einige davon leben in Gehegen, die wir direkt neben unserem Haus gebaut haben.

Zusammen mit Birgit haben wir "Wolfsliebe" gegründet. Was anfangs nur der Name für unsere Internetseite war, ist inzwischen zu einem Informationszentrum zum Thema Wolf geworden. Das Wohl unserer Wölfe und optimale Haltungsbedingungen für sie stehen für uns an allererster Stelle. Sie dienen als Botschafter, um uns mit ihnen gemeinsam für den freilebenden Wolf einzusetzen.

Birgit

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die wie Matthias von sich behaupten können, dass der Wolf sie schon von Kindesbeinen an fasziniert hat. Bei mir war es eher so wie bei vielen anderen Menschen auch. Ich bin aufgewachsen mit Fabeln, Geschichten und den Märchen der Brüder Grimm, in denen der Wolf alles andere als gut ist.

Aber auch ich konnte mich der Faszination für dieses Wildtier nicht entziehen, als ich ihnen, bei unserem Freund Zoli, das erste Mal sehr nah begegnen durfte. Alles was ich bis dahin über den Wolf zu wissen glaubte, musste hinterfragt werden. Um Neues zu lernen, hatte ich die allerbesten Lehrmeister der Welt, die Wölfe selbst. Inzwischen sind sie zum Mittelpunkt in meinen Leben geworden und ich kann mir keinen Tag mehr ohne sie vorstellen. Die Zeit, als ich noch als Sparkassenfachwirtin  in einer Bank gearbeitet habe, erscheint mir heute wie aus einem anderen Leben.

Von Anfang an habe ich Matthias bei seiner Arbeit mit den Wölfen unterstützt. Oft habe ich ihn auf seinen Fahrten nach Ungarn begleitet. Genau wie er, war ich von der Arbeit unserer ungarischen Freunde begeistert. Wir haben viele Unbequemlichkeit auf uns genommen, um die beiden in Ungarn zu unterstützen und um daraus schließlich die Verwirklichung unseres eigenen Traums wachsen zu lassen.

Ich bin sehr dankbar, dass wir ein Sprachrohr für die Wildtiere sein dürfen. Noch immer bestehen Vorurteile, Ängste oder schlichtweg Ablehnung gegenüber den freilebenden Wölfen. Durch Unwissen wird das gefördert. Um dem entgegen zu wirken, ist es für uns eine Herzensangelegenheit, sachlich über den Wolf aufzuklären.

Ungarn | Begegnung mit Zoltán Horkai

Heute leben und arbeiten wir mit Wölfen. Um das zu erreichen, war es ein langer und teilweise auch recht anstrengender Weg. Seinen Anfang nahm dieser Weg in Ungarn bei unseren Freund Zoltán Horkai und seiner Partnerin Dora Ujvary.

Erfahren Sie hier mehr zu unserer Begegnung mit Zoltán Horkai und unserer "Bärenliebe" ;-)

Mitarbeiter

Luisa Hofberger - Seit ich denken kann, sind Tiere der Mittelpunkt meines Lebens. Für mich stand schon immer fest, dass mein späterer Beruf mit ihnen zu tun haben muss. Doch anstatt eine Ausbildung zur Tierpflegerin zu beginnen, führte mich mein Weg an die Uni. Auch wenn mir die praktische Arbeit und der persönliche Umgang mit Tieren lieber gewesen wäre. Dennoch bereue ich nichts, sonst wäre ich nicht hier gelandet.

Mit dem Ziel einen Master in Verhaltensbiologie zu erlangen, startete ich 2010 mein Biologiestudium. Zunächst in Erlangen, später in Göttingen. Als ich mich mit dem Thema meiner Abschlussarbeit auseinandersetzen musste und ich vom Wolfsforschungszentrum (WSC) in Österreich erfuhr, hatte ich sofort wieder meine Kindheitsträume vor Augen.

Dort hatte ich meinen ersten richtigen Kontakt zu Wölfen und wurde von der ersten Sekunde an in ihren Bann gezogen. In den 8 Monaten vor Ort hatte ich die Gelegenheit, mich intensiv mit Wölfen auseinander zu setzen. Bei der Arbeit mit ihnen und für sie stellte ich fest, dass es mir eine große Freude bereitet, mein Wissen an Besucher weiterzugeben und ihnen ein Gespür für diese besonderen Tiere zu vermitteln.

Als meine Zeit beim Wolfsforschungszentrum (WSC) in Österreich endete, war mir klar, dass der Wolf mich auf meinem weiteren Lebensweg begleiten wird.

Durch Internetrecherchen über Wölfe in Deutschland bin ich mehr oder weniger zufällig auf Wolfsliebe gestoßen. Kurzerhand habe ich mich mit Birgit und Matthias in Verbindung gesetzt. Seit Mai 2017 fahre ich sie und ihre Tiere regelmäßig besuchen und wir machen gemeinsam Pläne für die Zukunft.

Mein absolutes Highlight war die Mithilfe bei der Aufzucht von Mato. Ich freue mich auf viele weitere unglaubliche Momente mit den Tieren, doch Mato wird immer mein erster Wolf bleiben und hat einen besonderen Platz in meinem Herzen.